Industrial Metaverse:
Der Nachfolger von Industrie4.0?

Das Industrial Metaverse umfasst diverse Technologien und Ideen, wie Unternehmen ihre Produktion, Produkte und Services verbessern können: Digitale Zwillinge, Simulationsprogramme, VR-Trainings oder Prozessoptimierung durch Künstliche Intelligenz.

Als Nachfolger der Initiativen rund um Industrie4.0 bietet das Industrial Metaverse wieder neue Möglichkeiten zur Kostenoptimierung und zum Aufbau neuer Geschäftsmodelle.

Was ist das Industrial Metaverse?

Das industrielle Metaverse ist die Idee von einem immersiven Raum, der für industrielle Anwendungen wie Forschung und Entwicklung, Produktion, Logistik und Supply Chain Management genutzt wird. Durch neue Technologien wie Digitale Zwillinge, Augmented und Virtual Reality oder Künstliche Intelligenz (KI) sollen Prozesse, Dienstleistungen und Produkte für Industrie-Unternehmen optimiert werden.

Die Frage ist: Wofür braucht man das Industrial Metaverse? Das Industrial Metaverse soll ein effizienteres und produktiveres industrielles Ökosystem zwischen Unternehmen, Lieferanten und Kunden schaffen. Es soll Unternehmen ermöglichen, Abläufe zu optimieren und ihre Produktivität durch den Einsatz digitaler Technologien (z.B. Künstliche Intelligenz) zu verbessern.

Dazu soll die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern verbessert werden, z.B. durch virtuelle Räume zur Produktionsentwicklung, aber auch die Arbeit für den Kunden, beispielsweise durch verbesserte Aftersales-Services mit Augmented Reality-Maintenance.

Durch die verstärkte Nutzung von virtuellen Darstellungen und Simulationen sollen neue Produkte kostengünstiger entwickelt werden können.

Ein gutes Beispiel ist die Entwicklung neuer Produkte: Bevor die Produkte in Realität gebaut werden müssen, unterstützen KI-basierte Simulationen, die durch Echtzeitdaten von bereits existierenden Produkten gefüttert werden, die Ingenieure und Entwicklerinnen im Design und der Konzeptionierung. 

Die Produkte können in der digitalen Umgebung in unterschiedlichen Konfigurationen entwickelt und getestet werden, ohne das kostenintensive Materialien für Testprodukte verbraucht werden müssen.

Welche Vorteile bietet das Industrial Metaverse?

Auch wenn viele Technologien des Industrial Metaverse wie Künstliche Intelligenz, Digitale Zwillinge oder AR / VR-Geräte noch am Anfang ihres langfristigen Potenzials sind, bieten sie auch heute schon einige Vorteile für Unternehmen:

1. Echtzeit-Analysen sowie -Steuerung von Industrieprozessen:

Digitale Zwillinge von Produktionsanlagen ermöglichen neben der Prozess-Überwachung auch Analysen und verschiedene Simulationen von Prozessvarianten, um die Produktionsabläufe zu verbessern. Engpässe und Verzögerungen können somit besser vorhergesehen und vermieden werden.

2. Entwicklung mit virtuellen Produkt-Simulationen:

Neue Ideen und Konzepte in einer virtuellen Umgebung auszuprobieren wird zukünftig ein relevanter Hebel sein, um Kosten zu sparen. Die Nutzung von digitalen Prototypen erspart Ressourcen, bevor die Produkte in der realen Welt umgesetzt werden.

3. Verbesserte Aftersales-Analysen:

Mit Digitalen Zwillingen von Produkten können Unternehmen ihre Kunden besser unterstützen, indem Analysen während des Lebenszyklus durchgeführt werden. So können frühzeitig Probleme erkannt werden und entsprechende Wartung angeboten werden (Predictive Maintenance).

4. VR-Trainings zur Weiterbildung für Mitarbeiter / Quereinsteiger:

Trainings mit Virtual Reality-Technologien bilden die Zukunft der Weiterbildung für Mitarbeiter. VR-Trainings steigern die Lernbereitschaft und schaffen ein neues Erlebnis, wie Inhalte vermittelt werden. Diverse Studien belegen bereits, wie viel effektiver VR-Trainings ggü. herkömmlichen Trainings und Seminaren sind.

Das Industrial Metaverse startet erst.

Das Industrial Metaverse steht noch am Anfang seiner Entwicklung. Viele Unternehmen analysieren mögliche Use Cases und implementieren bereits erste Anwendungen.

Aber was sind typische Anwendungsbeispiele und Use Cases für das Industrial Metaverse?

  • Nutzung von VR-Brillen zur besseren Visualisierung komplexer Produkte
  • Einsatz von AR-Technologien zur Unterstützung von Arbeitern/Ingenieuren bei Wartungs-/Entwicklungsprozessen
  • Weiterbildung und Kompetenztraining in virtuellen Simulationen für Kunden und Mitarbeiter
  • Engineering-Prozesse in der virtuellen Simulation zur Entwicklung von Prototypen mit unterschiedlichen Konfigurationen
  • Umsetzung eines Digitalen Zwillings mit Echtzeitdaten zur Steigerung der Effizienz in Produktionsprozessen

Diese Beispiele sind nur ein kleiner Ausschnitt aus den vielseitigen Möglichkeiten im Metaverse. Je nach Industrie und Unternehmen bieten sich unterschiedliche Einsatzgebiete. 

Unternehmen sollten frühzeitig analysieren, welche Technologien des Industrial Metaverse sie nutzen können, um Effizienzen zu heben oder neue Geschäftsmodelle zu entdecken.

Ihr Schritt ins Industrial Metaverse?

Aktive Unternehmen im Industrial Metaverse: Einen Schritt voraus?

Das Metaverse als zukünftiger Billarden-Markt zieht viele Unternehmen bereits in seinen Bann. Die Perspektive für neues Wachstum motiviert, die Potenziale des Industrial Metaverse zu analysieren und die ersten Schritte und Investitionen zu tätigen.

Prominente Beispiele für den Einstieg ins Industrial Metaverse gibt es viele, u.a.:

BMWs Fabrik als Digitaler Zwilling:
BMW hat frühzeitig mit dem Bau eines Digitalen Zwillings für Produktionsanlagen begonnen Dabei nutzt BMW bereits ein Softwaretool für die Produktionsplanung in Echtzeitzeit mit KI-basierten Simulationen. Laut eigenen Angaben wurde damit bereits eine 20-30%ige Effizienzsteigerung bei Planungsprozessen geschaffen.

Nvidia und das Omniverse:
Bereits eine der festen Größen des Industrial Metaverse ist der Grafikprozessor-Hersteller Nvidia. Mit der Omniverse-Plattform unterstützt Nvidia bei der Entwicklung von Digitalen Zwillingen und der KI-gestützten Analyse der Daten. Die Soft- und Hardware dieses Herstellers finden sich bereits in vielen Projekten dieser Art wieder.

Eine der großen Kooperationen ist die mit Siemens. Die Vision der beiden Firmen ist es, mit dem Einsatz der Digital-Twin-Technologie und Künstlicher Intelligenz, das Industrial Metaverse weiter voranzutreiben. 

Im Fokus stehen dabei die Business-Plattform Siemens Xcelerator, als Einsatztool für Digitale Zwillinge, sowie das Nvidia Omniverse, in welchem in erster Linie die Echtzeit-Analyse durch Künstliche Intelligenz hervorsticht.

Die Unternehmen möchten damit die Produktivitäts- und Prozessverbesserungen über den gesamten Produktions- und Produktlebenszyklus hinweg beschleunigen sowie einen einfacheren Zugang zu visuell komplexen und präzisen Simulationen bieten.

Bereits erste Showcase-Kooperation von Siemens

Im April 2023 wurde die Kooperation von Siemens, Nvidia sowie AWS mit FREYR, einem norwegischen Anbieter für Batteriezellen, vorgestellt. Für diese Firma, die sich noch am Start ihrer Produktion befindet, wurden Cloud-basierte Digitale Zwillinge der FREYR-Fabriken erstellt. 

Diese sollen der Firma dabei helfen, bessere und schnellere Entscheidungen in ihrem Produktions- sowie Produktdesign zu treffen und den gesamten Produktionsprozess dadurch zu automatisieren.

Das Industrial Metaverse für Ihr Unternehmen?

Auch wenn das Metaverse noch am Anfang steht, können Unternehmen bereits heute von den neuen Technologien profitieren. Wir unterstützen Unternehmen dabei, frühzeitig das Industrial Metaverse und seine Anwendungsmöglichkeiten zu verstehen und die notwendigen Schritte zu gehen.

Dabei analysieren wir Unternehmen auf die Auswirkungen des Industrial Metaverse, identifizieren neue Geschäftsmodelle und Kostenoptimierungen und entwickeln eine nachhaltige Strategie für Ihr Unternehmen.

Ihr Experte für das Industrial Metaverse

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Oliver Breucker
Industrial Metaverse

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